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Forschung am Geflügel auf dem LFG Frankenforst

Vor dem Hintergrund des biologischen Kontextes werden im AGE Außenlabor Frankenforst Verhaltensaspekte des Huhns, Fragestellungen hinsichtlich einer tiergerechten Haltung und tiergenetische Ressourcen wissenschaftlich bearbeitet.  Hierzu stehen on-farm Equipment und ex-situ Techniken zur Verfügung, die tiergerecht und nicht-invasiv angewandt werden. Unsere Forschungskapazitäten halten in Zusammenarbeit mit den Zuchtunternehmen verschiedene Wirtschaftshybriden aus dem Legehennen und Dual Purpose Sektor vor. Zusätzlich stehen Masteinheiten zur Verfügung, die projektbezogen besetzt werden können. Die experimentelle Nutztierethologie stellt für uns dabei eine Schlüsselkompetenz zur Erforschung von Themenbereichen, die von Biodiversität, vergleichender Verhaltensforschung bis hin zu Animal Welfare und Precision Livestock Farming reichen, dar. Über die Beobachtung der Tiere in ihrer direkten Umwelt kann das Verhalten im produktiven Kontext qualitativ untersucht werden. Unsere Forschung auf dem Außenlabor Frankenforst ist dabei geprägt durch einen biologischen Perspektivenwechsel, d.h. die Erfassung und Beurteilung des Verhaltens aus Sicht des Tieres. Diesen Blickwinkel kommunizieren wir über unser Open Livestock-Prinzip, das transparent die biologischen Anforderungen der Tiere an eine tiergerechte Produktionsumwelt erkennt und darstellt. Auf diese Weise werden primäre Daten zur Beurteilung des Tierwohls herangezogen, die als Feedback zur Optimierung des Tierwohls beitragen sollen. Gleichzeitig steht die Optimierung der Umwelt in eine möglichst tiergerechte Haltungsform im ständigen Fokus unserer Forschung.

Die Anpassung der Haltungsumwelt an die biologischen Bedürfnisse der Nutztiere erfordert einen Perspektivenwechsel, weg von der anthropozentrischen Sicht hin zu einer sachlich fundierten Abfrage beim Tier selbst. Diese Abfrage ist mit moderner Technik auch beim kleinsten, aber individuenstärksten Nutztier, dem Haushuhn, möglich.

In Deutschland werden aktuell über 50 Rassen auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft, obwohl sie weitestgehend unerforscht sind. Diese tiergenetischen Ressourcen erweitern das Portfolio der Arbeitsgruppe und stehen sowohl für den Forschungsansatz der biologischen Vielfalt als auch der vergleichenden Nutztierethologie.

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